Junges Forum der Religionen

Von Tradwife zu Childfree – Lebensmodelle der Gen Z im Fokus

Von Tradwife zu Childfree – Lebensmodelle der Gen Z im Fokus

Wie lebt die Gen Z? Zwischen Tradwife-Trend und Childfree-Lifestyle bewegt sich eine Generation, die Rollenbilder und Beziehungen neu denkt.

Am 23. Oktober 2025 kamen rund 50 junge Erwachsene im Rahmen einer Kooperation des Jungen Forums der Religionen, der Humanistischen Hochschule Berlin und der Humanistischen Akademie Deutschland zusammen, um genau darüber zu sprechen: über Lebensmodelle, Identität und das gesellschaftliche Miteinander.

Vielfalt leben – und aushalten

Die Teilnehmenden kamen aus ganz unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Kontexten. Gemeinsam diskutierten sie über Fragen, die viele aus der Gen Z bewegen:
Wie wollen wir leben, lieben und arbeiten? Welche Erwartungen prägen uns? Und wie viel Freiraum haben wir wirklich, eigene Wege zu gehen?

Mit Bewegung und Medienanalyse ins Thema

Zum Auftakt gab es zwei Workshops, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten:

Im Workshop „Behind the Box – Zwischen Anpassung und Abgrenzung“ mit Tea Kolbe standen Körper und Bewegung im Mittelpunkt. Durch Tanz und Körperarbeit wurden gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Grenzen greifbar. Dabei ging es um Fragen wie: Was bedeutet Weiblichkeit heute? Und wo verläuft die Grenze zwischen Anpassung und Selbstbestimmung?

Im Workshop „TikTok gegen die Vielfalt?“ mit Karl Eckardt analysierten die Teilnehmenden, wie Social Media zur Verbreitung von Rollenklischees und antifeministischen Narrativen beitragen kann. Anhand konkreter TikTok-Beispiele wurde gezeigt, wie subtil (und manchmal offen) demokratiefeindliche Akteur*innen Einfluss nehmen – und wie man solche Strategien erkennen und kritisch hinterfragen kann.

Zwischen Freundschaft und Beziehung – was zählt für die Gen Z?

Nach einem Impuls von Ole Liebl („Freunde lieben“) diskutierten Melissa Altmis (Junges Forum der Religionen), Adva Cotani Lehmann (Projekt Zusammen interreligiös in Treptow-Köpenick der Kommunalen Ökumene) und Kolja Brachhaus (Junge Humanist*innen) über Beziehungsformen und Lebensentwürfe der jungen Generation.

In der anschließenden Fishbowl-Diskussion, moderiert von Tina Bär, beteiligten sich viele der Anwesenden aktiv. Schnell wurde deutlich: Die Gen Z lebt vielfältig – aber die gesellschaftlichen Strukturen ziehen nicht immer mit. Während alternative Lebensformen zunehmend akzeptiert werden, bleibt die Ehe weiterhin das rechtlich und finanziell privilegierte Modell.

Trotz dieser Unterschiede verband die Teilnehmenden ein gemeinsames Bedürfnis: Gemeinschaft und soziale Sicherheit – unabhängig davon, ob sie in klassischen, offenen oder ganz neuen Beziehungsformen leben.

Ein starkes Signal für Vielfalt